Steuern: Was sich 2012 ändert
Frankfurt am Main, 22.11.2011

Im nächsten Jahr werden Beschäftigte bei beruflichen Ausgaben entlastet, allerdings müssen Berufspendler steuerliche Einschränkungen bei Fahrtkosten hinnehmen. Eltern profitieren vom vereinfachten Sonderausgabenabzug für Kinderbetreuungskosten und von verstetigter Förderung für Auszubildende. Studenten können ihre Ausbildungskosten höher absetzen. Bankkunden müssen Neuerungen beim Kirchensteuerabzug beachten. Deutsche Bank Experten erläutern die Neuerungen 2012.


Werbungskosten

  • Beschäftigte profitieren von einem einheitlichen Pauschbetrag für Werbungskosten. Dieser so genannte Arbeitnehmerpauschbetrag steigt von 920 auf 1.000 Euro. Die Änderung gilt bereits rückwirkend für das Jahr 2011. Da berufsbedingte Ausgaben wie Fahrt- und Übernachtungskosten oder Berufsbekleidung häufig über dem Arbeitnehmerpauschbetrag liegen, lohnt in vielen Fällen der Einzelnachweis der höheren Kosten.
  • Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann wahlweise die Pendlerpauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer oder der höhere Preis für Bus- oder Bahntickets steuerlich geltend gemacht werden. Bisher konnte man dieses Wahlrecht auch tageweise ausüben. Ab 2012 geht das nicht mehr. Dann werden die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel nur noch berücksichtigt, wenn deren Gesamtsumme die Entfernungspauschale in Höhe von 4.500 Euro für das Gesamtjahr übersteigt. Besonders Park & Ride nutzende Pendler werden es künftig schwerer haben, höhere Kosten für den öffentlichen Nahverkehr geltend zu machen.


Kindergeld und Kinderbetreuungskosten

  • Ab 2012 zählen Betreuungskosten für Kinder bis 14 Jahren stets zu den Sonderausgaben. Die bisherigen Einschränkungen, etwa die Unterscheidung in berufsbedingte und nicht berufsbedingte Betreuungskosten, entfallen. Für Eltern wird es dadurch einfacher, ihren Betreuungsaufwand geltend zu machen.
  • Im neuen Jahr entfällt die Einkommensprüfung bei in Ausbildung befindlichen Kindern ab 18 Jahren. Kinder unter 25 Jahren, die sich in einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium befinden, werden dann unabhängig von der Jahreseinkommensgrenze von 8.004 Euro stets als Kind berücksichtigt. Eltern erhalten dadurch ohne Einschränkung Kindergeld und Kinderfreibeträge. Bei einer Zweitausbildung entfallen Kindergeld und -freibeträge nur dann, wenn neben der Ausbildung eine Erwerbstätigkeit von über 20 Wochenstunden ausgeübt wird.
  • Ab 2012 erhöht sich der Sonderausgabenabzug für Kosten einer Erstausbildung bzw. eines Erststudiums von 4.000 auf 6.000 Euro. Auszubildende und Studenten können dann ein Drittel höhere Ausbildungskosten geltend machen.


Kapitaleinkünfte

  • Sparer besitzen künftig kein Wahlrecht mehr, ob die Kirchensteuer auf Kapitalerträge durch das Kreditinstitut einbehalten wird oder die Festsetzung erst im Veranlagungsverfahren beim Finanzamt erfolgt. Durch eine jährliche Regelabfrage beim Bundeszentralamt für Steuern erfahren Banken die Konfessionszugehörigkeit ihrer Kunden und können so die Kirchensteuer gezielt entsprechend der Religionszugehörigkeit erheben.


Zum Download [Zip 572 KB]


Presseanfragen

Michael Lermer
Deutsche Bank AG
Presseabteilung

Tel: +49 69 910 31325
E-Mail: db.presse@db.com

Kundenanfragen

Tel.: 0 18 18 / 10 00

 
Copyright © 2011 Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main